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Mythen im Fokus

1. Ja aber ist das denn gesund?

von Theresa

 

Von vielen Kritikern und Zweiflern hört man immer wieder, Dukan wäre fürchterlich einseitig und würde zu Mangelerscheinungen führen. Selbst Leute, die selber diese Diät betreiben nehmen voller Panik diverse Präparate für Vitamine und Spurenelemente, um nur ja keine Probleme zu bekommen. Aber kommt es bei der Ernährung nach Dukan tatsächlich zu Mangelerscheinungen?

 

Dazu müssen wir vor allem einen wesentlichen Begriff erläutern: der essentielle Stoff. Als essentiell bezeichnet man jene Nahrungsbestandteile, die der Mensch zwingend aufnehmen muss, um zu überleben. Andere kann er selber herstellen und ist nicht darauf angewiesen, diese durch die Nahrung zuzuführen. Zu den essentiellen Stoffen zählen einige Aminosäuren (Bestandteile von Proteinen), zwei Fettsäuren, diverse Spurenelemente, Mineralien und Vitamine. Was fehlt in dieser Liste? Genau, die Kohlenhydrate! Tatsächlich braucht der Mensch nur einen einzigen Zucker um zu überleben – Glucose – und den kann er sich auch selber aus Proteinen und Fetten herstellen. Das heißt, man könnte ohne weiteres überleben ohne auch nur ein Gramm Kohlenhydrate zu sich zu nehmen. Was das betrifft führen wir also in Form von Milchzucker und Kohlenhydraten in Gemüse ohnehin schon mehr als notwendig zu.

 

Sehen wir uns nun aber die essentiellen Stoffe der Reihe nach genauer an.

 

Aminosäuren

Es gibt 23 Aminosäuren, davon sind 10 für den Menschen essentiell. Genauer muss man darauf eigentlich gar nicht eingehen, denn sie sind die Bestandteile von Proteinen und davon nehmen wir ohnehin mehr als genug zu uns.

 

Fettsäuren

Genau zwei davon sind essentiell aus denen der Körper schließlich andere Produkte herstellen kann: Linolsäure und Linolensäure.

Linolsäure ist vor allem in pflanzlichen Ölen enthalten, die wir ja nicht zu uns nehmen. Man findet sie aber auch in Eiern, weswegen ich nicht verstehen kann, warum so viele Dukaner ihre Eigelbe wegschmeißen, sind sie doch praktisch unsere einzige Bezugsquelle für Linolsäure!

Auch die Linolensäure findet man häufig in pflanzlichen Ölen, allerdings ist sie auch in wesentlichen Mengen in Fisch enthalten. Man sollte also bei Dukan nicht davor zurückschrecken, fetten Fisch wie Lachs oder Thunfisch zu verzehren, da sie unsere Hauptbezugsquelle für Linolensäure sind. Er selber weist ja auch dringend darauf hin.

 

Spurenelemente

Hiervon gibt es einige, die definitiv essentiell sind und andere, bei denen man sich noch nicht ganz sicher ist. Ungeachtet dessen werde ich sie alle behandeln:

 

Eisen finden wir vor allem in Leber, aber auch in anderem Fleisch. Überraschend viel Eisen haben auch Pfifferlinge. Spinat ist nicht so ein hoher Eisenlieferant, wie immer wieder behauptet wird, enthält aber auch ein wenig davon. Wie auch immer, bei unseren Fleischmengen kommt es da garantiert nicht zum Mangel.

 

Kupfer ist wiederum viel in Leber enthalten, in Fisch und Kakao. Essen wir auch alles zur Genüge.

 

Jod ist aufgrund des Meersalzes vor allem in Tieren enthalten, die aus dem Meer kommen, egal ob Fische oder Meeresfrüchte. Darüber hinaus enthalten auch Milchprodukte viel Jod.

 

Zink findet man vor allem in Fisch und Leber.

 

Cobalt ist ein Bestandteil von B12 und demnach praktisch nur in tierischen Lebensmitteln enthalten.

 

Mangan findet man vor allem in pflanzlichen Lebensmitteln, aber hauptsächlich in Hafer, Weizenkleie und auch Leber.

 

Silicium ist vor allem in stärkehaltigen Lebensmitteln wie Reis, Getreide und Kartoffeln enthalten. Der absolute Spitzenreiter beim Silicium sind allerdings Zwiebeln. Mit dem Verzehr von Haferkleie und Zwiebeln kann also nichts schief gehen.

 

Selen finden wir vor allem in Fisch, Fleisch und Leber.

 

Molybdän ist vor allem in Hülsenfrüchten, Getreide, aber glücklicherweise auch in Milchprodukten enthalten.

 

Die Spurenelemente, von denen vermutet wird, sie wären essentiell sind Arsen, Bor, Chrom, Fluor, Rubidium, Tellur, Vanadium, Zinn und Nickel. Ob man sie nun wirklich braucht, sei dahingestellt, aber die Liste liest sich wie oben: Die meisten sind reichlich in tierischen Produkten vorhanden, Bor und Rubidium vor allem in Gemüse und Nickel in Hafer. Wir nehmen also auch sie alle zur Genüge auf.

Wie man anhand der obigen Auflistung sehen kann: Die meisten Spurenelemente findet man in tierischen Produkten und daran mangelt es uns ja garantiert nicht.

 

Mineralien

Sieben Mineralien sind für den Menschen essentiell:

 

Calcium ist wie allgemein bekannt vor allem in Milchprodukten zu finden.

 

Bei Magnesium wird es das erste Mal ein wenig schwierig, findet man es doch vor allem in Getreide, Samen und Hülsenfrüchten, also lauter Dinge, die wir bei Dukan nicht essen. Enthalten ist es allerdings auch in Kakao, Spinat, Kohlrabi und Mineralwasser. Die Schokojunkies unter uns können also aufatmen.

 

Die Top Drei der Lieferanten an Kalium sind Kräuter, Tomaten und Kakao. Also wieder was für die Schokojunkies, zeigt aber auch, dass das Würzen mit Kräutern nicht vernachlässigt werden soll.

 

Natrium findet man überraschend viel in Ketchup, weswegen wir es aber trotzdem nicht essen müssen, denn schon dicht danach folgen Sauerkraut, Schinken, Huhn und Sardinen.

 

Chlor nehmen wir in erster Linie über Salz zu uns. Dukan propagiert ja eine salzarme Ernährung. Es ist aber immer noch genug in Schinken, Räucherfisch und Käse enthalten, dass man ruhigen Gewissens aufs Nachsalzen verzichten kann.

 

Phosphor findet man in vielen Lebensmitteln, aber vor allem jenen, die viel Eiweiß enthalten.

 

Das selbe trifft auch auf Schwefel zu.

 

Also auch hier sollte kein Mangel herrschen. Erstaunlich ist nur, wie gesund Kakao eigentlich ist!

 

Vitamine

Immer noch hält sich hartnäckig das Gerücht, Obst wäre DER Nummer 1 Vitaminlieferant und ohne Obst leide man garantiert an Mangelerscheinungen. Nun… manche wären erstaunt wüssten sie, wo man Vitamine überall finden kann! Es gibt 13 essentielle Vitamine:

 

Die besten Vitamin A Lieferanten sind diverse Gemüsesorten, wie Karotten, Salate oder Paprika. Doch schon dicht dahinter folgen Leber, Thunfisch und Ei.
Vitamin A ist gut für die Augen und für die Haut.

 

Vitamin B1 ist  vor allem in Getreide (also auch Hafer!) und Reis enthalten, findet man allerdings ebenfalls in geringeren Mengen in Leber, Lachs oder Thunfisch.

 

Vitamin B2 findet man hauptsächlich in Milchprodukten, Leber, Fleisch und Fisch.

 

Vitamin B3 ist auch hauptsächlich in Fleisch und Leber enthalten.

 

Ebenso verhält es sich mit Vitamin B5, das wichtig für den Fettstoffwechsel ist.

 

Vitamin B6 findet man viel in Fisch und Leber.

 

Vitamin B7 finden wir in Leber, Milchprodukten, Eiern und Hafer.

 

Folsäure oder auch Vitamin B9 genannt erhalten wir aus vielen grünen Gemüsesorten, vor allem Kohlgemüse und Blattsalaten.

 

Mit Vitamin B12 haben vor allem Veganer ihre liebe Not, da es praktisch nur in tierischen Produkten wie Fisch, Fleisch und Milchprodukten enthalten ist.

 

Vitamin C ist vor allem in Obst enthalten, und da eher in exotischen Früchten. Aber auch Gemüse muss sich da nicht verstecken, denn dem Obst dicht auf den Fersen sind Kohlgemüse (Kohl, Brokkoli, Kohlrabi, Blumenkohl…), Spinat und Paprika, weswegen man diese an den PG Tagen bevorzugen sollte, vor allem da Vitamin C nicht im Körper gespeichert werden kann.

 

Den Großteil unseres Vitamin D Bedarfs decken wir über das Sonnenlicht, denn durch das UV-Licht wird unsere Haut zur Vitamin D Produktion angeregt. Das restliche Vitamin D nehmen wir über die Nahrung zu uns und da vor allem durch Fisch, Eier und Milchprodukte.

 

Richtig viel Vitamin E ist in pflanzlichen Ölen enthalten, aber immer noch genug auch in Gemüse, kaum allerdings in Obst und in tierischen Lebensmitteln. Esst also alle brav euer Gemüse! Positiv hervorzuheben wäre hier übrigens wieder einmal die Paprika.

 

Vitamin K findet man in Kohlgemüse, grünem Blattgemüse und Huhn. Auch dieses Vitamin ist in Obst praktisch nicht enthalten.

 

Man sieht also, dieses Klischee „Obst = Vitamine“ trifft eigentlich nur auf Vitamin C zu und selbst das kann man gut mit Gemüse ausgleichen, all die anderen findet man zur Genüge in Gemüse oder gar nur in tierischen Lebensmitteln.

 

In all den oben genannten Listen taucht vor allem ein Lebensmittel immer und immer wieder auf: Leber scheint ein echter Alleskönner zu sein und sollte deswegen auf unserem Dukan-Speiseplan nicht fehlen! Auch Fisch, Fleisch, Eier und Milchprodukte enthalten viele essentielle Stoffe. Was Gemüse betrifft, sollte man Paprika, Kohlgemüse und Salaten den Vortritt lassen, denn in ihnen stecken die meisten wichtigen Nährstoffe. Was natürlich nicht heißt, dass man nicht anderes Gemüse auch essen soll! Auch die Haferkleie hat ihre Daseinsberechtigung, wie man sieht.

Und bitte, esst eure Eigelbe!

Wenn man jedenfalls die Liste der 100 Dukan-Lebensmittel rauf und runter isst und sich nicht an wenigen Produkten festhält, dann nimmt man wirklich alles, was zu einer ausgewogenen Ernährung gehört, zu sich und hat absolut keinen Grund auf Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen.

 

Im Prinzip wäre ich hier mit meinen Erläuterungen fertig, aber ich sehe schon, wie jetzt aufgrund des Titels dieses Artikels gleich jemand mit erhobenen Zeigefinger daherkommt und sagt: „Aber was ist denn mit all den chemischen Zusatzstoffen wie Süßstoff und Aromen, die Dukan empfiehlt?“

Zunächst einmal, man kann Dukan sehr gut ohne diese Produkte machen, wenn man sich nicht sicher ist, nur macht diese Diät dann wirklich nur halb so viel Spaß.

 

Der Süßstoff Aspartam steht immer wieder in der Kritik. Wissenschaftliche Studien haben bislang ein Gesundheitsrisiko nur bei deutlicher Überdosierung festgestellt, und bei Überdosierung ist wirklich ALLES gefährlich bzw. sogar tödlich. Ja, es gibt Leute, die an Wasservergiftung gestorben sind. Und in diesen Mengen nehmen nicht einmal wir Diäter Aspartam zu uns. Wer sich trotzdem unsicher ist, kann allerdings auch auf teurere Alternativen wie Stevia oder Sukrin zurückgreifen.

 

Und die Aromen? Nun, die machen vor allem unser Leben leichter. Wie man sieht braucht man Obst nicht zwingend zum Überleben, aber es schmeckt nun einmal so gut, weswegen so ein Fruchtaroma durchaus Erleichterung verschafft, auch wenn es nicht notwendig ist. Im Endeffekt sollten wir wohl froh sein, dass mit dem heutigen Wissen solche Aromen überhaupt möglich sind.

 

Dann gibt es noch diese ewige Diskussion über die ach so bösen chemischen Nahrungsmittel. Nun, dazu bleibt nur zu sagen: Nikotin ist ein natürlicher Stoff, genauso wie Tollkirsche, Knollenblätterpilz oder Goldregen in der Natur vorkommen und trotzdem würde keiner auf die Idee kommen, das für den Menschen als gesund zu bezeichnen. Hingegen ist Backpulver ein rein im Labor entstandener Stoff, von dem wohl auch niemand aufgrund eines Gesundheitsrisikos abraten würde. Nicht immer ist Natur gesund und Chemie böse. Es gibt hier und dort positive und negative Beispiele.